Zwei Gläser im Supermarktregal, beide mit Blumenwiese auf dem Etikett, beide „Honig“. Auf dem einen steht in kleiner Schrift „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern“, auf dem anderen ein Ortsname. Der Unterschied ist größer, als das Etikett vermuten lässt.
Was auf dem Etikett stehen muss
Die Honigverordnung schreibt vor, dass das Ursprungsland angegeben wird. Stammt ein Honig aus mehreren Ländern, darf stattdessen eine Sammelangabe stehen – die bekannte Formel „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern“. Sie ist zulässig, sagt aber praktisch nichts aus: Sie umfasst alles von Spanien bis China.
Hinter solchen Mischungen stehen große Abfüllbetriebe, die Chargen aus vielen Quellen zusammenführen, um über Jahre hinweg einen gleichbleibenden Geschmack und eine gleichbleibende Konsistenz zu liefern. Das ist eine legitime industrielle Aufgabe. Nur ist das Ergebnis eben kein Abbild einer Landschaft mehr, sondern ein standardisiertes Produkt.
Was Regionalität konkret bedeutet
Bei einem Honig aus der Nachbarschaft lässt sich jede Frage beantworten: Wo standen die Völker? Wann wurde geerntet? Wurde erwärmt, wurde filtriert? Bei uns lauten die Antworten: auf den Wildblumenwiesen von Gut Eglsee, auf Lichtungen bei Saulburg und Falkenfels, in den Wäldern um Tunzenberg und Mengkofen – geerntet im Lauf der jeweiligen Tracht, geschleudert, gesiebt, kalt abgefüllt.
Daraus folgt auch, was nicht geht: Ein kleiner Betrieb kann nicht jede Sorte ganzjährig liefern, und derselbe Honig schmeckt in zwei Jahren nie exakt gleich. Wer Konstanz will, ist mit einer Industriemischung tatsächlich besser bedient. Wer wissen will, wie der Bayerische Wald in diesem Sommer geschmeckt hat, nicht.
Die Landschaft im Glas
Dass Standorte schmeckbar sind, merkt man am deutlichsten im direkten Vergleich. Ein Blütenhonig von artenreichen Wiesen mit Buschwindröschen, Wiesenflockenblume und Glockenblume ist feiner und vielschichtiger als einer von einer einzigen großen Rapsfläche. Ein Waldhonig aus Fichten- und Tannenbeständen ist harziger als einer aus einem Laubmischwald.
Denselben Effekt kennt man vom Wein, und er hat denselben Grund: Was um die Pflanze herum wächst, landet am Ende im Produkt. Bei Honig kommt hinzu, dass eine Biene ihre Tracht im Umkreis von wenigen Kilometern sammelt. Das Glas bildet also tatsächlich eine überschaubare Landschaft ab.
Kurze Wege, klare Verantwortung
Regional heißt auch: Der Weg vom Bienenstock ins Glas ist kurz, und es gibt genau einen Betrieb, der dafür geradesteht. Kein Zwischenhandel, keine Zusammenführung von Chargen, kein Transport über Kontinente. Wer eine Frage zum Produkt hat, kann sie direkt stellen – bei uns oft genug persönlich, auf einem der Märkte und Genussveranstaltungen, auf denen wir stehen.
Woran Sie regionalen Honig erkennen
- Auf dem Etikett steht ein konkretes Ursprungsland, besser noch eine Region oder ein Ort.
- Name und Anschrift des Imkers sind angegeben, nicht nur ein Abfüllbetrieb.
- Die Sorten wechseln über das Jahr, statt dauerhaft identisch verfügbar zu sein.
- Der Honig kristallisiert. Ein Glas, das jahrelang glasklar bleibt, wurde in aller Regel behandelt – warum, steht in Honig kristallisiert – was tun?.
Was Direktvermarktung für den Preis heißt
Ein Glas aus einer kleinen Imkerei kostet mehr als eine Industriemischung. Der Unterschied kommt nicht aus einer Marge, sondern aus der Struktur: Ein Betrieb mit einigen Dutzend Völkern erntet pro Volk von Hand, füllt von Hand ab und etikettiert von Hand. Es gibt keine Anlage, auf die sich diese Arbeit verteilen ließe.
Dafür entfällt alles dazwischen. Zwischen unserem Schleuderraum und Ihrem Frühstückstisch steht niemand – kein Aufkäufer, kein Abfüller, kein Großhandel. Was Sie zahlen, geht in die Arbeit am Volk und in das Glas, nicht in eine Handelskette.
Regional heißt auch: kurze Wege
Unsere Standorte liegen im Umkreis von wenigen Kilometern um Straubing und im Bayerischen Wald. Zwischen Ernte und Abfüllung liegt keine Zwischenlagerung in einem fremden Lager, und beim Versand ist meist nur ein Zustelltag im Spiel.
Wer in der Nähe wohnt, kann ganz auf den Versand verzichten und bei uns abholen – das ist kostenlos. Und wer uns lieber erst einmal probieren möchte: Wir stehen im Lauf des Jahres auf mehreren Märkten und Genussveranstaltungen in der Region. Die Termine stehen unter Termine und Events.
Was Sie von einem Imker erwarten können
Eine gute Prüffrage ist simpel: Fragen Sie, wo die Völker stehen. Ein Direktvermarkter kann darauf konkret antworten – mit Ortsnamen, mit der Art des Standorts, mit dem Erntezeitpunkt. Wer stattdessen nur allgemein von „bester Qualität“ spricht, verkauft in der Regel nicht seinen eigenen Honig.
Unsere Gläser kommen aus Straubing, dem Gäuboden und dem Bayerischen Wald. Das ganze Sortiment finden Sie im Shop, die Geschichte dahinter auf der Seite Unsere Imkerei.